12.06.2020
Stellungsnahme der Freien Wähler zur geplanten Schließung von Bankfilialen

Die Freien Wähler verkennen nicht die wirtschaftlichen Zwänge in der sich die Banken und Sparkassen durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralband befinden. Auch die veränderten Gewohnheiten gerade jüngerer Kunden in Bezug auf Bankgeschäfte zwingt die Kreditinstitute darauf zu reagieren. Trotzdem halten wir es für den absolut falschen Weg, immer wieder Filialen, und dies gerade im ländlichen Bereich zu schließen. Gerade für die älteren und nicht mobilen Mitbürger ist dies eine fatale Entwicklung.

Alternativangebote wie Kooperation mit anderen Banken, Zusammenarbeit mit Dorfläden, oder der Einsatz eines sogenannten Bankmobils, welches zu festgelegten Zeiten in die betroffenen Orte kommt, wären ein Ersatz für den Wegfall der bestehenden Filialen und eine Wertschätzung der oben erwähnten Mitbürger. Die Freien Wähler begrüßen deshalb den Vorschlag von Frau Landrätin Sitter, einen Vertreter der Sparkasse in den Kreistag einzuladen, um mit ihm die Thematik zu diskutieren. Hier ist die Politik gefordert, gemeinsam mit der Sparkasse nach einer akzeptablen Lösung für alle Beteiligten zu suchen.

Durch den geplanten Wegfall der Sparkassenfilialen auf dem Land stellt sich auch die Frage der digitalen Teilhabe. Online-Banking und andere digitale Verfahren, denen zweifelsohne die Zukunft gehört, funktionieren nur, wenn die notwendige Infrastruktur hierfür vorhanden ist. Dies zeigt, wie wichtig eine schnelle Breitbandversorgung und eine flächendeckende Mobilfunkabdeckung im gesamten Landkreis sind. Main-Spessart muss digital zukunftsfähig werden, um digital wettbewerbsfähig zu sein. Nicht zuletzt durch den geplanten und bedauernswerten Verlust von Sparkassen-Filialen müssen wir die Digitalisierung im Landkreis weiter vorantreiben und deren Potential zukünftig noch besser nutzen. Daseinsvorsorge ist auf vielen Gebieten notwendig, wie hier im digitalen und ebenso im finanztechnischen Bereich.