Foto: Sören Winkler
Bildstrecke

12.09.2026
Gemeinsam unterwegs für den Sinngrund, mit Landrat Christoph Vogel

Wie sieht es aktuell in den Gemeinden im Sinngrund aus? Was läuft gut und wo gibt es Probleme, bei denen Unterstützung notwendig ist? Genau darum ging es bei einer gemeinsamen Radtour von Landrat Christoph Vogel mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern aus dem Sinngrund.

Die Idee dazu hatte Sören Winkler, Bürgermeister von Obersinn, Kreistagskandidat (FW) und Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Burgsinn. Gemeinsam mit Philipp Kuhn aus Mittelsinn, Marcus Remlein aus Aura, Zita Baur aus Fellen, Frank Bott aus Burgsinn und VG-Geschäftsleiter Michael Schnall ging es mit dem Fahrrad durch die fünf Gemeinden.

Für Sören Winkler war die gemeinsame Tour auch ein Zeichen dafür, dass die Zusammenarbeit im Sinngrund über Parteigrenzen hinweg funktioniert. Die Bürgermeister gehören unterschiedlichen Parteien und Wählergruppen an. Wenn es aber um die Entwicklung ihrer Gemeinden und des gesamten Sinngrunds geht, stehen die gemeinsamen Interessen im Vordergrund.

Los ging es am Bahnhof in Obersinn. Von dort aus ging es über Mittelsinn, Aura und Fellen bis nach Burgsinn. Dabei wurde nicht nur geradelt. An vielen Stationen ging es ganz konkret um aktuelle Projekte, Ideen und Probleme vor Ort.

Hochwasserschutz und Infrastruktur in Obersinn

In Obersinn wurden unter anderem die ehemalige Grund- und Hauptschule, der Dorfladen und die Sinnbrücke besucht. Ein wichtiges Thema war dort die Sinn selbst. Aus Sicht von Bürgermeister Sören Winkler müsste der Fluss wieder ausgebaggert werden. Gerade mit Blick auf mögliche Hochwasserereignisse ist das für die Gemeinde ein wichtiges Anliegen.

Gesprochen wurde außerdem über die Busanbindung, das Geburtshaus von Leo Weismantel und die Situation der Motocrossfahrer.

Mittelsinn zeigt, was aus alten Gebäuden werden kann

In Mittelsinn führte Bürgermeister Philipp Kuhn die Gruppe zur ehemaligen Grundschule. Aus dem früheren Schulgebäude ist mittlerweile der „Soziale Treff“ geworden. Das Haus wird regelmäßig für Veranstaltungen und Treffen genutzt, auch der Gemeinderat kommt dort zusammen.

Direkt gegenüber beschäftigt die Gemeinde ein weiteres Gebäude. Das gemeindeeigene Haus mit sechs Wohnungen müsste langfristig erneuert werden. Ein Neubau wäre allerdings mit hohen Kosten verbunden. Deshalb gibt es auch Überlegungen, dort möglicherweise eine Tagespflege zu schaffen.

Aura braucht Wohnraum und bessere Verbindungen

Das Thema Tagespflege beschäftigt auch Aura. Bürgermeister Marcus Remlein sieht hier Bedarf, da Bürgerinnen und Bürger bisher teilweise Angebote im benachbarten Hessen nutzen.

Gleichzeitig fehlt es in Aura an Wohnraum. Gerade mit Viant und seinen rund 300 Beschäftigten gibt es einen großen Arbeitgeber direkt vor Ort. Ein ehemaliger Kolonialwarenladen sollte eigentlich saniert und zu Wohnraum entwickelt werden. Bislang ist daraus jedoch nichts geworden und der Zustand des Gebäudes verschlechtert sich weiter.

Ein weiteres Thema war die Busanbindung Richtung Hessen. Eine bessere Verbindung könnte nicht nur den Bürgerinnen und Bürgern helfen, sondern auch für Unternehmen wie Viant interessant sein, beispielsweise bei der Suche nach Auszubildenden.

Busverkehr beschäftigt auch Fellen

In Fellen kam Bürgermeisterin Zita Baur zur Gruppe dazu. Auch hier wurde schnell deutlich, dass der öffentliche Nahverkehr die Menschen beschäftigt. Unter anderem wurde angesprochen, dass Verbindungen weggefallen sind und dies für die Bürger teilweise nicht ausreichend erkennbar war.

Landrat Christoph Vogel machte deutlich, dass die finanzielle Situation beim ÖPNV weiterhin schwierig ist.

Außerdem ging es um die Straße zwischen Wohnrod und Rengersbrunn sowie um die gemeinsame Kläranlage von Fellen und Aura. Dort stehen aufgrund neuer Anforderungen weitere Investitionen an.

Abschluss in Burgsinn

Die letzte Station der Tour war Burgsinn. Bürgermeister Frank Bott stellte dort unter anderem die Pläne für das von der Gemeinde gekaufte Gebäude am Marktplatz vor. Auch hier spielen Barrierefreiheit und mögliche Angebote im Bereich der Tagespflege eine Rolle.

Angeschaut wurde außerdem die neue Radraststation mit Dusche und WC sowie der benachbarte Wohnmobilstellplatz. Dieser soll künftig mit Strom aus einer Photovoltaikanlage und einem Speicher versorgt werden.

Ein Problem bleibt die Seewiesenbrücke über die Sinn. Sie ist ein wichtiger Teil der Radverbindung durch den Sinngrund, kann derzeit aber nur noch eingeschränkt genutzt werden. Für einen möglichen Neubau stehen hohe Anforderungen und entsprechende Kosten im Raum.

Nach rund vier Stunden endete die Tour schließlich. Bürgermeister Sören Winkler und Bürgermeisterin Zita Baur verabschiedeten den Landrat am Bahnhof Burgsinn. Auch dort ging es um Barrierefreiheit, der Bahnsteig ist nur über eine Brücke mit 43 Stufen erreichbar.

Für alle Beteiligten war es eine gute Gelegenheit, nicht nur über die Themen der einzelnen Gemeinden zu sprechen, sondern sie direkt vor Ort anzuschauen.

Und genau darum ging es bei der Tour: miteinander reden, zuhören und gemeinsam nach Lösungen suchen. Über Parteigrenzen hinweg. Denn am Ende geht es nicht um einzelne Parteiinteressen, sondern darum, den Sinngrund und seine Gemeinden gemeinsam voranzubringen.