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Keine Kombiklasse in Esselbach

ESSELBACH
Keine Kombiklasse in Esselbach (Main Post)
Das gab's noch nie, das ist eine Premiere“, jubelt Simone Tolle, Grüne Bildungspolitikerin aus Arnstein. Der Bildungsausschuss des Bayerischen Landtags hat der Petition von Eltern der Grundschule Bischbrunn-Esselbach stattgegeben. Damit steht fest, dass es im nächsten Schuljahr keine jahrgangsübergreifende erste und zweite Klasse an der dortigen Grundschule geben wird. Geplant war, neben je einer jahrgangsreinen ersten und zweiten Klasse eine jahrgangsübergreifende Klasse einzuführen. Esselbachs Bürgermeister Klaus Hofmann hatte die Bildungsgerechtigkeit dieser Pläne angeprangert und den Landtagsabgeordneten Günther Felbinger (Freie Wähler) um Hilfe gebeten (wir berichteten). Felbinger gelang es, unter den Landtagsabgeordneten aus Main-Spessart parteiübergreifenden Konsens herzustellen. Am Donnerstagvormittag beschäftigte sich der Bildungsausschuss mit der Petition der Eltern aus Esselbach, Bischbrunn und Oberndorf mit dem Ziel, die jahrgangsübergreifende Kombiklasse zu verhindern. Der Esselbacher Gemeinderat Kurt Hefter war als betroffenes Elternteil mit nach München gereist, um dem Ausschuss die Sachlage zu schildern. Dieses Thema wurde mit einem Dringlichkeitsantrag der Grünen zur Budgeterhöhung für kleine Klassen an Grundschulen verknüpft. Obwohl das Kultusministerium die Ablehnung dieser Petition empfohlen hatte, stimmte der 20 Mitglieder starke Bildungsausschuss letztlich einstimmig zu. „Ein gewichtiges Argument war, dass im nächsten Jahr 54 Kinder zur Einschulung anstehen“, berichtet Felbinger. „Es war abzusehen, dass die Klassen dann wieder auseinandergerissen werden müssten“, sagt Simone Tolle. Die Grundschule befände sich auch wegen der Nähe zur Privatschule „Lern mit mir“ des Universellen Lebens in einer Ausnahmesituation. „Für mich war überraschend, dass die Regierungskoalition für den Antrag gestimmt hat“, bekundete der SPD-Abgeordnete Harald Schneider. „Die Staatsregierung hat den Auftrag, diesen Beschluss umzusetzen“, so Felbinger. Weil 32 Erstklässler eingeschult werden und Klassenstärken über 30 nicht erlaubt sind, gebe es keine andere Lösung, als je zwei erste und zweite Klassen einzurichten. Schulamtsleiter Ludger Maag sagt: „Wir brauchen 15 zusätzliche Stunden an der Grundschule Bischbrunn-Esselbach.“ Klar sei, dass eine weitere Lehrkraft, die eine Klassenleitung übernehmen kann, an die Schule versetzt werden müsse. Silke Riegg, Sprecherin des Kultusministeriums, erklärte, dass dem Schulamt Main-Spessart keine weiteren Mittel zur Verfügung gestellt werden. Das Schulamt müsse die Lehrerversorgung mit den zur Verfügung gestellten Mitteln bewerkstelligen. Im Klartext heißt das, dass die für die Grundschule Bischbrunn-Esselbach benötigten Lehrerstunden anderswo im Landkreis abgezogen werden müssen.
