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Europawahl spaltet Freie Wähler

Europawahl spaltet Freie Wähler (Main Echo 04.02.2009)
Bezirk Unterfranken Delegierte mit großer Mehrheit gegen Teilnahme
Wählerverein aber bereits gegründet Bergtheim
Die Freien Wähler Unterfranken haben sich bei einer Delegiertenversammlung mit deutlicher Mehrheit gegen eine Teilnahme an der Europawahl ausgesprochen. Am Montagabend stimmten in Bergtheim bei Würzburg 27 Delegierte gegen eine Teilnahme an der Europawahl, acht waren dafür. Für die Freien Wähler droht eine mögliche Teilnahme an der Europawahl zu einer Zerreißprobe zu werden. Denn unabhängig von dem Urteil der Delegierten hat sich am Wochenende bereits ein bundesweiter Wählerverein formiert, mit dem eine Teilnahme an der Europawahl möglich wäre. Gabriele Pauli, jetzt für die Freien Wähler im Bayerischen Landtag, früher bei der CSU, hat ihre Bereitschaft signalisiert, als Spitzenkandidatin für die Europawahl anzutreten. Der Wählerverein wurde uns übergestülpt. Margit Stapf, Freie Wähler Wörth Roland Lewandowski, Bürgermeister in Kleinlangheim (Kreis Kitzingen) sieht die Gefahr, dass sich die Gruppe "zerfleische" und mahnt: "Wir müssen den Weg nach Europa besser vorbereiten." Zahlreiche Delegierte äußerten ihren Unmut über den Prozess der Meinungsbildung von "Oben nach Unten". "Der Wählerverein wurde uns übergestülpt", kritisiert Margit Stapf (Wörth, Kreis Miltenberg). Thomas Krimm, Bürgermeister in Goldbach (Kreis Aschaffenburg), ist der Meinung: "Demokratie braucht Zeit. Wenn wir eine Parteigründung umgehen, verlieren wir unsere Glaubwürdigkeit." Reiner Pistner, Bürgermeister in Schöllkrippen (Kreis Aschaffenburg), sieht die Freien Wähler schlecht vorbereitet. "Wo sind unsere Themen für Europa?", gibt er zu bedenken. Die beiden unterfränkischen Landtagsabgeordneten Hans Jürgen Fahn (Erlenbach, Kreis Miltenberg) und Günther Felbinger (Gemünden, Kreis Main-Spessart) sind geteilter Meinung. Fahn befürchtet, dass ein schlechtes Europawahl-Ergebnis den Schwung der Freien Wähler bremsen könnte. Für den Bezirksvorsitzenden kommt ein Antreten bei Europa- und Bundestagswahlen zu früh. Felbinger hingegen kritisiert den emotionalen Umgang mit dem Thema. "Wir verlieren keine kommunale Kompetenz, wenn wir in Brüssel sind, sondern können dort das umsetzen, was die Bürger bewegt." Der Bundesvorsitzende und Ex-Landrat des Kreises Main-Spessart, Armin Grein, wies darauf hin, dass die Freien schon einmal vor einer Zerreißprobe gestanden haben. "1997 haben auch viele gesagt, wenn wir zur Landtagswahl antreten, bin ich kein Freier Wähler mehr". Dieser Prozess wiederhole sich jetzt.
Renate Englert
