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Kreistagsentscheid zum Klinikum MSP

Stellungnahme der FW Fraktion

 

Im Dezember 2015 hat sich der Kreistag mit großer Mehrheit für den Neubau eines zentralen Krankenhauses im Landkreis Main-Spessart entschieden. Für die FW-Fraktion habe ich schon damals betont, dass bei der Entscheidung über den künftigen Standort nur eines ausschlaggebend sein kann:

Das neue Klinikum Main-Spessart muss dort errichtet werden, wo wir unserer Aufgabe für die Daseinsvorsorge ALLER Landkreisbürger am besten gerecht werden, das heißt: an einem Ort, der aus allen Richtungen des Landkreises am besten zu erreichen ist und wo die bestmöglichen Chancen für eine erfolgreiche Neuausrichtung des neuen Klinikums bestehen.

Weitere Kriterien für den Standort haben wir in den letzten Monaten in der Arbeitsgruppe und im Ausschuss erarbeitet und dafür Prioritäten festgelegt - wie es unsere Aufgabe ist als von den Bürgern gewählte Mandatsträger.

Ich sage es sehr deutlich: Der Standort des neuen Hauses kann nicht danach entschieden werden, wo im Landkreis die größte Wirtschaftskraft liegt und ebenso wenig danach, wo strukturschwache Gegenden Stärkung brauchen.

Dass die Bürger von Karlstadt und Marktheidenfeld und in den jeweiligen Einzugsgebieten der Verlust des eigenen Krankenhauses schmerzt,  kann wohl kaum jemand mehr nachvollziehen als ich. Im Jahr 2012 war ich noch überzeugt davon: Mit den kurz vorher eingeleiteten Kooperationen und einem deutlich verbesserten medizinischen Behandlungsangebot könnten wir der Schließung der beiden Häuser erfolgreich entgegenwirken – deshalb habe ich im Kreistag einen entsprechenden Antrag gestellt, der mehrheitlich damals angenommen wurde.

Wie wir alle erlebt haben, waren diese Bemühungen umsonst. Warum das so war, machen die Ausführungen des Fachbüros Peritinos mehr als deutlich und einige der erschütternden Feststellungen sollten uns für die Zukunft eine Lehre sein!

Die Auswertungen der Gutachter zu den MSP-Krankenhäusern zu kennen und zu hinterfragen, war allen interessierten Bürgern möglich und hunderte haben diese Gelegenheit auch genutzt. In den Städten Marktheidenfeld, Lohr und in Karlstadt gab es gut besuchte Bürgerversammlungen zu diesem Thema; veröffentlicht sind die Ergebnisse des Gutachtens auf etlichen Homepages.

Eine Frage, die immer wieder zu hören war, wurde auch im Werkausschuss gestellt: Brauchen wir im Landkreis Main-Spessart überhaupt ein kommunales Krankenhaus, nachdem  die Gesundheitspolitik in unserem Land darauf abzielt, dass „kleine“ Krankenhäuser mit überschneidenden Einzugsbereichen aus dem Krankenhausplan gestrichen werden?

Die Antwort lautet: JA! Zur Daseinsvorsorge, die unsere Hauptaufgabe als Kreistag ist, gehört die Möglichkeit der stationären Grund- und Regelversorgung unserer Bevölkerung in einem Krankenhaus.

Wir wissen, dass z.B. Herzinfarkte und Schlaganfälle zu den Erkrankungen zählen, bei denen schnelle Hilfe im Krankenhaus Rettung bedeutet. Diese Hilfe müssen wir selbstverständlich auch in MSP leisten!

Wir selbst, die Kreisräte, haben nach ausgiebiger Diskussion und in Kenntnis aller Fakten  der einzelnen Bewerberorte die Kriterien für den Standort des neuen Klinikums aufgestellt und priorisiert. Es ist daher vernünftig und auch selbstverständlich, dass wir nun dem Ergebnis der Bewertung zustimmen - auch wenn das vielen von uns weh tut. Auch mir…

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir sollten heute – über 40 Jahre nach der Gemeindegebietsreform – zeigen, dass das Kirchturmdenken zu Gunsten der Vernunft überwunden werden kann!!

Wenn ich heute als Bürgermeisterin von Marktheidenfeld UND Kreisrätin von Main-Spessart für Lohr als künftigen Standort des Klinikums Main-Spessart stimme, dann deshalb, weil es dafür objektive und unwiderlegbare Gründe gibt:

 

  • Die zentrale geographische Lage im Landkreis
  • Die bereits bestehenden Kooperationen mit Augenklinik, Dialysepraxis, Radiologie und Bezirkskrankenhaus
  • Die Genehmigung einer Bettenzahl über 200 und damit die Möglichkeit, die Grund- und Regelversorgung der Landkreisbürger zu gewährleisten und auszubauen
  • Das am schnellsten bebaubare Grundstück.

Dies ist auch die Überzeugung der Mehrheit der FW-Fraktion. Wir haben bereits in der Kreistagssitzung im Dezember angekündigt, dass wir ausschließlich nach Sachargumenten die Standortfrage entscheiden werden – das wird die Mehrheit der FW-Kreisräte heute tun und sich aus den genannten Gründen für den Standort Lohr entscheiden.

Sehr deutlich sage ich auch heute wieder: An einer sinnvollen medizinischen Nachnutzung der bisherigen Krankenhäuser in Marktheidenfeld und in Karlstadt werden wir nun verstärkt und mit großem Einsatz arbeiten. Entsprechende Vorschläge haben wir bereits unterbreitet.

 

Helga Schmidt-Neder

Kreisfraktionsvorsitzende